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archiv

Verdammt eine Blume!

18.04.2007

Wenn die Sonne jetzt langsam kräftiger wird, treibt es uns wintergeplagte Stubenhocker wieder hinaus in die Natur. Dort erfreut sich Auge und Herz am zarten Grün und an den bunten Farbtupfern der ersten Wiesenblumen. So schön die Primel hier auch sein mag, zuhause im eigenen Garten, im  eigenen Rasen hat sie nichts verloren, nur ihre Attraktivität.

Also sagt man ihr den Kampf an. Schließlich, wo kämen wir denn da hin, wenn die Natur einfach Einzug hielte in das gärtnerische Hoheitsgebiet.

Drum wird jetzt gezupft und geschnitten, umgegraben und gewalzt und zu guter Letzt noch großflächig -vorsichtshalber- mit einem hochdosierten Unkrautvernichter dafür gesorgt, dass auch in diesem Sommer alle, die am Zaun vorbeiflanieren, in ein "schau, was für ein gepflegter Rasen" ausbrechen. Es muss wohl ein tolles Gefühl sein, sich und der Welt zu beweisen, dass man die Natur in die Knie gezwungen hat. Sonst würden nicht so viele Hausgärten aussehen als wären sie Golf-Greens, aber ohne Loch!

Die eintönige Monokultur Rasen bringt den komplexen Lebensraum Boden aus dem Gleichgewicht. Er verliert immer mehr seine für uns so wichtigen Fähigkeiten wie zum Beispiel, Schadstoffe aus dem Niederschlagswasser zu filtern oder Wasser zu speichern. Das Ökosystem Boden ist in vielen Gärten ohnehin nur mehr Geschichte. Dabei wollen wir doch alle das Gleiche: die Natur möglichst nahe vor unserer Haustüre geniessen . Aber anstatt mit der Natur, gärtnern viele gegen die Natur und machen sich so das Leben schwer. Lassen wir doch hie und da ein Kräutchen wachsen, das erfreut das Auge und schont die Nerven.

Und Lob kann man sich auch anders holen, etwa mit der attraktiven Plakette "Natur im Garten", die es übrigens heuer gratis gibt.

Die genauen Kriterien zur Erlangung dieser Auszeichnung erhalten Sie am Gartentelefon 02742/74333.

 Mit "UMWELT"-freundlichen Grüßen

Peter Frank
Umweltgemeinderat